Ich liebe es neue Technologien auszuprobieren. Und nachdem ich einiges über Ghost gelesen habe, musste ich mir selbst ein Bild von der neuen Blogging Platform machen. Und so kam es, dass ich in den letzten 2 Wochen mich verstärkt mit Ghost als Blogging Platform und mögliche Alternative zu WordPress beschäftigt habe.

Ghost – Installation

Ghost zu installieren ist keine Rocket Science. Andererseits sollte man doch ein paar technische Skills besitzen.

Als WordPress Oldie kannte ich die 5 Minuten Installation von WordPress quasi auswendig ;) Ich würde mich nicht als Web Entwickler bezeichnen und es sind auch keine Programmierkenntnisse notwendig (weder bei WordPress noch bei Ghost). Trotzdem sollte ein gewisses Grundverständnis vorhanden sein.

Ghost lokal installieren.

Ich begann damit Ghost lokal zu installieren. Ghost kann natürlich auch direkt bei einem eigenen Web Space gehostet werden. Aber dazu etwas später mehr.

Um Ghost lokal (also z.B. auf seinem Windows oder OS X Rechner) zu installieren, sind folgende Dinge notwendig:

  • Node.js
  • Ghost

Node.js ist eine Javascript Library und wird benötigt um Ghost zum Laufen zu bringen. Und weshalb wird Node.js benötigt? Weil Ghost auf Node basiert.

Das mag jetzt vielleicht etwas kompliziert klingen. Ist es jedoch nicht.

Wer ein wenig mutig ist, wird mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung von Ghost einen einfachen Weg finden um Ghost zu installieren. Wichtig dabei ist zu beachten, dass es je Betriebssystem unterschiedliche Guides gibt. Hier die wichtigsten Links:

An dieser Stelle möchte ich auf die verlinken Anleitungen verweisen. Bitte genau lesen und Schritt für Schritt befolgen. Damit ist Ghost in kürzester Zeit lauffähig. Wirklich ;)

Ghost extern hosten.

Wer nun etwas mutiger ist und seine neue Website mit Ghost umsetzen möchte, steht vor der Aufgabe Ghost auf einem Web Host seiner Wahl zu installieren. Natürlich war ich mit meiner lokalen Installation noch lange nicht glücklich. Mein Ziel war es einen kleinen Blog auf Basis von Ghost zu erstellen und diesen binnen kürzester Zeit auch öffentlich zugänglich zu machen.

Die Qual der Wahl des Hosters.

Die erste Frage, welche sich nun stellt ist die Frage des Web Hosters. Vermutlich haben die meisten von Euch bereits einen Hoster eures Vertrauens gefunden. Da ich selbst mehrere WordPress Seiten betreue, waren die Anforderungen an Ghost nun doch etwas Neuland für mich.

Im Gegensatz zu WordPress (php!) benötigt – wie eingangs bereits erwähnt – die Blogging Platform Ghost Node.js. Nun gibt es jedoch das Problem, dass Node.js in den seltensten Fällen auf euren Web Spaces vorhanden ist. Wenn doch, dann hast du wohl Glück gehabt ;)

Ghost selbst empfiehlt deshalb einen der folgenden Web Hosts zu wählen:

Ghost Pro:
Ghost Pro ist quasi die WordPress.com Variante von Ghost. Bei Ghost Pro erhält man einen managed Server zu einem Preis von $10 Dollar / Monat. Anzumerken sei, dass die Startgebühr von $10 lediglich einen Ghost Blog beinhaltet. Wer mehrere Ghost Blogs hosten möchte, muss somit ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Ghost Pro ist somit nicht die billigste Variante.

DigitalOcean:
Einen Web Space bei Digital Ocean gibt es ab $5 / Monat. Der Vorteil (und somit zugleich der Nachteil?) von Digital Ocean liegt darin begründet, dass es kein Server Management gibt, d.h. alles muss/kann selbst geregelt werden.

Amazon Web Services:
Wer kennt AWS nicht. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Ok, und wenn ihr euch jetzt fragt: Schön und gut. Welchen Web Host hast du gewählt?

Nach dem Erfolgserlebnis Ghost innerhalb kürzester Zeit lokal zu installieren, war ich davon überzeugt, dass ich selbst in der Lage sei, einen Server bei DigitalOcean zu managen. Spoiler: nein – ich war es nicht.

Es gibt zwar gute und ausführlichen Anleitungen wie du deinen Ghost Server bei DigitalOcean einrichtest. Meine Erfahrung zeigt jedoch: Wenn du – so wie ich – wenig Ahnung von Server Konfigurationen hast: Lass es sein.

Nachdem ich einige Stunden an meinen Linux Server Settings herumgespielt habe, gab ich die Hoffnung auf, langfristig mit Digital Ocean glücklich zu werden. Von Security Configs und so rede ich hier noch gar nicht.

ghost blogging alternative hosting

Mein Plan B trat somit ein, welcher vorsah zu Ghost Pro zu wechseln.

Wie gesagt: Ein Managed Server bei Ghost Pro mag zwar etwas teurer sein, hat jedoch den (großen) Vorteil gemanaged zu sein. Schlussendlich konnte ich mit Ghost Pro binnen kürzester Zeit meinen Ghost Blog aufsetzen, eine dazu passende Domain erwerben und konfigurieren und die Seite veröffentlichen.

Kleiner Spoiler: Die Seite gibt es hier bereits zu sehen. ;)

PS: Wenn du dir nicht sicher bist, wo du deinen Ghost Blog hosten möchtest. In folgendem Video wird auf einfache Art & Weise erklärt, welche Vorteile bestimmte Hoster (wie etwa Ghost Pro oder Digital Ocean) besitzen:

PPS: Wenn du eine bessere Alternative gefunden hast um deinen Ghost Blog zu hosten, hinterlasse bitte einen Kommentar unterhalb des Beitrags. Danke.

Ghost Templates im Marketplace

Ist die Basisarbeit getan, stellt sich natürlich auch die Frage wie vorhandene Templates genützt werden können. Dazu empfehle ich einen Blick in den Ghost Marketplace wo einige Templates kostenlos oder zu geringen Preisen erworben werden können.

ghost blogging alternative marketplace

Angemerkt sei, dass das Angebot an Ghost Templates derzeit noch nicht mit den vorhandenen WordPress Templates mithalten kann. Kein Wunder. Immerhin werden 50% aller Websites weltweit mit WordPress umgesetzt. Eine riesige WordPress Community somit inklusive.

Ein Großteil der vorhandenen Templates im Marketplace verlinkt zu GitHub. Von dort können die Templates heruntergeladen und im Anschluss im eigenen Ghost Blog hochgeladen werden. Funktioniert relativ unkompliziert.

Die größten Unterschiede zu WordPress

Bevor ihr nun von WordPress zu Ghost wechselt, möchte ich euch auf die wichtigsten Unterschiede und zugleich Eigenschaften von Ghost hinweisen.

Markdown Format

Artikel, Seiten oder sonstige Inhalte werden bei Ghost im Markdown Format verfasst. Markdown wird von vielen Menschen geliebt. Wer noch wenig Erfahrung mit den Markdown Formatierungen hat, empfehle ich folgende Seite.

Meine Erfahrung mit Markdown ist durchgängig positiv.

Ist man den WordPress Editor gewöhnt, sollte man sich jedoch bewusst sein, dass Verfassen im Ghost Markdown Editor anders funktioniert.

So etwa musste ich erst das Markdown Format für target=”_blank” oder rel=”nofollow” herausfinden. Wie gesagt: Wer kein Markdown Profi ist, sollte einer werden. Zumindest wenn man Ghost als Blogging Platform verwenden möchte.

ghost blogging alternative markdown editor

Auch unterstützt Ghost HTML. D.h. HTML Tags können direkt im Blogpost verwendet werden. Meiner Erfahrung nach sollte ein gesundes Maß an Qualitätskontrolle erfolgen, da diese HTML Tags im Ghost Editor oftmals nicht 100% ident mit den eigentlichen (richtigen) HTML Tags sind.

Empfehlenswert ist es somit auch HTML Kenntnisse zu besitzen um etwa Bilder in optimaler Form darstellen zu können (kleiner Hinweis: Bildbearbeitungsmöglichkeiten wie bei WordPress gibt es nämlich nicht ;) ).

Schlankes Backend

Der wohl größte Unterschied zu WordPress ist das Backend. Es ist schlicht, reduziert und einfach gehalten. Es wird auf das Nötigste fokussiert. Blogging so wie es sein soll. Keinen großen Schnick Schnack, sondern voller Fokus auf die Inhalte.

Keine Plugins

Aufgrund der Einfachheit von Ghost stößt man jedoch schnell an manche Grenzen. Wie etwa das Fehlen von Plugins bzw. der Möglichkeit den eigenen Blog mit bestimmte Funktionen anzureichern. Ghost bietet derzeit keine Möglichkeit an, Plugins (so wie man es von WordPress gewohnt ist) zu installieren.

Es ist aus meiner Sicht das größte Manko. Und wahrscheinlich auch die größte Hürde welche Blogger davor abhält Ghost als primäre Blogging Platform zu verwenden.

Workarounds notwendig

Für (fast) jedes Problem gibt es auch Workarounds. Nun ja, für fast jedes Problem. Während des Setups meines neuen Ghost Blogs stieß ich auf folgende Herausforderungen:

  1. Google Analytics / Tag Manager einbauen: Grundsätzlich gibt es ja wie erwähnt keine 1-Click installierbaren Plugins. Um etwa Google Analytics einzubauen, empfehle ich grundsätzlich den Google Tag Manager zu verwenden. Warum? Weil mittels des Tag Managers eine Vielzahl an Code Snippets (wie etwa Google Analytics oder ein Facebook Tracking Pixel) in den eigenen Blog eingespeist werden können.
  2. Keine Kommentarmöglichkeit: Grundsätzlich kommt Ghost frei Haus ohne Kommentarfunktion. Um eine solche zu ermöglichen, empfehle ich Disqus oder z.B. Facebook Comments einzubauen. Eine ausführliche Anleitung dazu gibt es hier.
  3. Schriftarten, Formatierungen, etc: Ich würde ja gerne erwähnen, dass die vorhandenen Templates einfach (wie man es von WordPress gewohnt ist) modifiziert werden können. Sorry. Können sie nicht. Um Dinge wie Schriftarten, Schriftgrößen, Link Stylings, etc. zu verändern muss tief in das Template File vorgedrungen werden. Das heißt, CSS und HTML Kenntnisse sind gefragt.

Ghost – eine ernstzunehmende Alternative?

Die größten Kritikpunkte von Ghost sind wohl die nicht vorhandenen externen Plugins und eine noch sehr geringe Auswahl an fertigen Blog Templates. Beides sind auch zugleich erste “Kinderkrankheiten” eines neuen Systems.

Auf der anderen Seite steht ein großer Pluspunkt in der einfachen Nutzungsmöglichkeit von Ghost als Blogging Platform. Wer auf der Suche nach einer einfachen Blogging Platform ist und zugleich keine großen Designansprüche stellt, wird mit Ghost eine tolle Alternative zu WordPress finden.

Full Disclosure: Dieser Blog wird (derzeit) mittels WordPress betrieben.

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