Wenn mich jemand fragen würde, wie das Internet aussieht. Ich würde antworten: Fahr zur re:publica und schau dir die Leute dort an. Dann weißt du wie das Internet aussieht.

Ich war in diesem Jahr das erste Mal auf der re:publica. Warum ich keine Erwartungen hatte und diese trotzdem erfüllt wurden, lest ihr hier.

Von 6. bis 8. Mai fand heuer 3 Tage lang die größte europäische “Internetkonferenz” mit ca. 6.000 Teilnehmern in Berlin statt. Reinhard und ich als re:publica Newbies mitten drin, statt nur dabei.

Erst später erfuhr ich, dass die re:publica früher eigentlich eine Blogger-Konferenz war bzw. teilweise noch immer diesen Ruf besitzt. Ich konnte während der gesamten Zeit diesen Eindruck nicht teilen, wobei ich den Begriff Blogger-Konferenz nicht näher für mich definiert habe.

Das Themenspektrum der re:publica war derart vielfältig und bot Einblicke in unterschiedlichste Bereiche. Ich empfehle jedem, wirklich jedem, dem das Internet “nur ein wenig etwas bedeutet”, an dieser Konferenz teilzunehmen. Von Beginn weg wurde Klartext gesprochen – wie etwa die Forderungen der re:publica Organisatoren: “Asyl für Snowden”.

Im Vergleich zu anderen Konferenzen sind die Eintrittspreise sehr günstig und somit für Jedermann erschwinglich. Als Student muss man ja auch auf die Preise schauen. Das “3 day reduced – early bird Ticket” hat mich schlussendlich 60 Euro gekostet. Und nur am Rande sei noch erwähnt: Es ist ein tolles, wenn nicht sogar sensationelles, Gefühl keinen – wirklich keinen einzigen – Werbe-Vortrag auf der re:publica gesehen/gehört zu haben! Eigentlich müsste ich das nicht erwähnen, doch meine Konferenz-Erfahrung aus der Vergangenheit hat mich eines Besseren belehrt.

Die Vorbereitung

…war quasi nicht vorhanden. Nun ja, abgesehen von Ticketkauf, Hotelreservierung und Flugbuchung, fiel meine Vorbereitung zur re:publica relativ spärlich aus. Im Nachhinein würde ich es genauso wieder machen. Just go with the flow.

re:publica – die Gesellschaftskonferenz

re:publica ist eine Abkürzung und steht für “res publica”, ist lateinisch und bedeutet “der Staat” oder auch “Die Gesellschaft”. Also von Blogger-Ding mal weit gefehlt. Die re:publica versteht sich als “Festival der digitalen Gesellschaft” und diese digitale Gesellschaft geht uns alle etwas an.

Der Mix der Teilnehmer, Speaker und Themen ist fantastisch. Kaum beschreibbar. Ich hatte während der 3 Tage nicht das Gefühl, das Themen dabei sind, welche uninteressant sind oder bereits von zu vielen Speakern strapaziert wurden. Wie gesagt, es ist für alle etwas dabei, doch vor allem Themen wie Netzpolitik, Big Data, NSA-Affäre (wobei das Wort “Affäre” laut Sascha Lobo eine Verniedlichung ist), Online-Journalismus (wo waren die österreichischen Medienunternehmen?), digitale Geschäftsmodelle, Start-ups Pitches, Youtube und Video-Content, Schutz der Privatsphäre und und und…so vielfältig die Themen sind, so schwer fällt es mir die re:publica zu beschreiben. Man muss dabei gewesen sein.

republica-2014-halle-innenansicht

Entwicklung der digitalen Gesellschaft

Nun ja, zu Sascha Lobo ist bereits viel berichtet worden. Wer seine Rede zur Lage der Nation nachsehen möchte, der kann dies hier tun:

Obwohl sein “Rant” dieses Mal der Netzgemeinde (und somit auch den re:publica Teilnehmern) galt, nahm ich eine positive Stimmung wahr. Wenn nicht sogar eine Aufbruchsstimmung. Lasst uns das Internet reparieren.

Das Thema Snowden durfte natürlich nicht fehlen. Sehr spannend fand ich deshalb die Session “WikiLeaks, Manning and Snowden”. Dabei diskutieren WikiLeaks Journalistin Sarah Harrison (größten Respekt vor dieser Frau!) welche Edward Snowden von Hong Kong gerettet hatte und Alexa O’Brian, Journalistin und bekannt für die umfassendste Berichterstattung im Fall Chelsea Manning, über Meinungsfreiheit, Quellenschutz und nun ja, auch über den Journalismus der Zukunft. Ansehen!

Journalismus (der Zukunft)

Viel wurde über den Journalismus von morgen diskutiert. Wie kann man mit Online-Journalismus Geld verdienen. Wie funktioniert Lokaljournalismus. Wie reagieren Medienmacher auf diese Entwicklungen? uvm.

Empfehlen kann ich das nachfolgende Video zum Thema: “Der Journalismus von morgen – Wie junge Medienmacher den Journalismus der Zukunft sehen”.

Auch fand ich den Vortrag von Lara Sektrakian zum Thema “Redesigning News, Deeply” sehr beeindruckend. Als TV-Journalistin gestartet, stellte Lara Sektrakian fest, dass die Syrien-Krise nicht umfassend genug in den klassischen Medien behandelt wird. Kurzerhand entschloss sie sich SyriaDeeply zu starten. Und sie hatte Erfolg. So viel Erfolg, dass es neben SyriaDeeply nun eine Vielzahl an weiteren “Single News Sites” mit dem “Deeply-Konzept” gibt.

Aber es ging auch lokaler zu. Wie das Internet den Lokaljournalismus verändert? Eine aus meiner Sicht sehr spannende Fragestellung welche unter dem Titel “Into the Kiez” diskutiert wurde. Hier ebenso zum Ansehen:

Ja und was gab es sonst so?

Ich könnte nun viele weitere  Vorträge und Sessions anführen. Aus meiner Sicht sehr interessant/spannend waren die Nachfolgenden:

Meine Twitter Favs

Zum Abschluss findet ihr die interessantesten / lustigsten / besten Twitter Tweets zur #rp14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Videos, Videos, Videos

Wer alle re:publica Vorträge nachsehen will, der findet hier die Youtube-Playlist

 

Fotos, Fotos, Fotos

Auch ein paar visuelle Eindrücke von der re:publica 2014 dürfen nicht fehlen.

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Leseempfehlung

Und zum Schluss gibt’s noch eine Leseempfehlung. Die beste Zusammenfassung zur #rp14 lieferte aus meiner Sicht der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Hier lang.

re:publica – wir sehen uns auf alle Fälle wieder!

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