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Inbound Marketing vs. Outbound Marketing: Die Unterschiede im Detail

inbound marketing vs outbound marketing - eine Erklärung im Detail

Was ist Inbound Marketing? Worin unterscheidet sich Inbound Marketing von Outbound Marketing? Was ist der Unterschied zwischen “new” und “old Marketing”? Fragen über Fragen. Ich versuche in dem folgenden Beitrag ein wenig Licht in das Dunkel des Marketingsbegriffsbingos zu bringen.

Vorweg eine Begriffsdefinition (versprochen – ich versuche es kurz zu halten ;-) )

Outbound Marketing:

Oftmals auch als “old Marketing” bezeichnet, bezieht sich Outbound Marketing auf die Distribution von rein werblichen Botschaften an ein breites Publikum mit der Hoffnung potentielle Konsumenten mit dieser Botschaft zu erreichen.



Als Beispiele können hier klassische Kanäle – TV, Radio oder Print – herangezogen werden. Die Ich-Perspektive des Unternehmens steht hierbei im Vordergrund.

Inbound Marketing:

Inbound Marketing (oder auch “new Marketing” bezeichnet) beschäftigt sich im Gegensatz dazu mit der effizienten Gewinnung und Bindung von Kunden basierend auf deren Interessen. Der Pull-Effekt – also das passive “sich Auffinden lassen” von Unternehmen – steht dabei im Vordergrund des Inbound Marketings.

Im Englischen klingt das Ganze dann etwa so:”Inbound marketing is a marketing strategy that focuses on getting found by customers.

(Quelle: Wandel des Outbound zum Inbound Marketing)

Der grundsätzliche Wandel bzw. der Bedeutungsverlust des Outbound Marketings lässt sich anhand der folgenden Faktoren erklären:

  • Die weitgehende Verbreitung des Internets als Informations-, Kommunikations- und Kaufkanal hat zu einer Machtverschiebung zwischen Unternehmen und Menschen geführt. Die Zunahme der Konsumentenmacht ist vorwiegend der verstärkten Transparenz und der Abnahme der Informationsasymetrie zwischen Käufer und Verkäufer zu verdanken.
  • Social Media und das Mitmach-Web bieten Empfehlungsmarketing-Möglichkeiten auf globaler Ebene. Noch nie war Word-of-mouth von derartiger Bedeutung.
  • Damit einhergehend erfolgt ein Wandel im Informations- und Kaufverhalten von Menschen.
  • Der durchschnittliche Mensch ist 5000 Werbebotschaften täglich ausgesetzt. (Quelle hier) Die abnehmende Werbewirkung stellt dabei eine logische Konsequenz dar.

Doch was unterscheidet nun Inbound Marketing im konkreten von Outbound Marketing?

  • Inbound Marketing ist interaktiv, ermöglicht eine one-to-one Kommunikation und zielt auf eine “two-way” Kommunikation mit dem Konsumenten ab. Outbound Marketing ist eine starre one-to-many Kommunikation in lediglich eine Richtung: Unternehmen > (potentieller) Kunde – ohne Rückkoppelung.
  • Beim Inbound Marketing finden Konsumenten dein Unternehmen (über Social Media, Suchmaschinen oder sonstige Wege im Internet).  Im Outbound Marketing werden Unternehmen über TV-, Radio-Spots, Print-Werbung oder auch Telefonmarketing wahrgenommen.
  • Inbound Marketing versucht Rezipienten einen Mehrwert durch Bereitstellung von Informationen zu bieten. Dies kann in Form der Bereitstellung von für die Zielgruppe relevanten und nützlichen Inhalten sein (wie etwa ein Anwendungsfall, eine Video-Schritt-für-Schritt-Anleitung oder das Aufzeigen von generelle Trends einer bestimmten Branche) oder auch in Form von unterhaltsamen (humorvollen) Inhalt. Der Mehrwert des im Rahmen des Outbound Marketing bereitgestellten Inhalts hält sich dagegen meist in Grenzen.

Unterschiede zwischen Inbound Marketing und Outbound Marketing

Doch warum solltest auch Du in Zukunft Inbound Marketing verstärkt beachten?

  • 86 % aller Menschen wechseln während der TV Werbung den Fernsehkanal.
  • 44 % aller postalischen Werbemails werden nicht geöffnet.
  • 84% aller 25- bis 34-Jährigen haben schon mal ihre “Lieblingswebsite” aufgrund aufdringlicher Werbebanner verlassen.
  • 57% aller Unternehmen mit Corporate Blog haben bereits Kunden über ihren Blog gewinnen können.
  • 42% der Unternehmen konnten auch bereits über Twitter Kunden akquirieren.
Die genannten Zahlen sprechen für sich und so werden auch im deutschsprachigen Raum immer mehr Unternehmen Inbound Marketing Maßnahmen für sich gewinnen und Kunden durch die Bereitstellung von Inhalten mit “Mehrwert” an sich und ihre Marke binden können.

 

Ein erster Schritt wäre dazu ein Perspektiven-Wechsel – passend dazu finde ich das Zitat von Joe Pulizzi – dem Gründer des Content Marketing Institutes:

 

“Traditional [outbound] marketing and advertising is telling the world you’re a rock star. Content Marketing [inbound marketing] is showing the world that you are one.”

(nachzulesen hier)

Und nun der Einwurf, ist Inbound Marketing auch für langweilige Produkte geeignet?

Die Antwort lautet ganz klar: JA! Selbst für langweile Produkte/Industrien/Branchen kann Inbound Marketing eingesetzt werden um Kunden verstärkt an das Unternehmen zu binden. Meist kommt an dieser Stelle auch der Einwurf, ob Inbound Marketing auch für den B2B (Business-to-Business)-Bereich geeignet ist? Auch hier ein klares Ja.

Auf Slideshare findet sich dazu eine interessante Präsentation von Ross Hudgens (“Content Marketing in Boring Industries”) mit interessanten Tipps zu diesem Thema.

Er sagt etwa: “Dein Produkt muss nicht cool sein, aber die Geschichte die du erzählt muss es sein” und schlägt dazu folgende Schritte vor.

Entwickle deine eigene Content Strategie. Soll heißen: Definiere deinen Fokus deines (zukünftigen) Blogs. Lege fest mit welcher Tonalität du über welche Themen schreiben möchtest. Blogge über Dinge die deine Zielgruppe interessieren, jedoch nicht direkt dein Business/Produkt betreffen. Hast Du als kleines Handwerksunternehmen z.B. viele Klein- und Einzelunternehmen als deine Kunden, so interessiert diese Zielgruppe auch nicht nur Themen im Handwerksbereich, sondern womöglich auch Tipps & Tricks zu Themen wie: “Buchhaltungsoftware für Kleinunternehmen”, “10 Tipps wie du deine Mitarbeiter motivierst”. Oder bist du etwa in der gleichen Region angesiedelt wie deine Kunden/Lieferanten, so würde sich ein Beitrag zum Thema “So findet man gutes Personal in Region XY” anbieten. Kurzum: Teile dein Wissen über bestimmte Themen mit deiner Zielgruppe und sei dabei authentisch.

Die gesamte Präsentation findet ihr auch hier:

 

Content Marketing – die neuen Spielregeln

Doch wie starten? Welche Faktoren sind bei der Einführung von Content Marketing zu beachten? Seosupport.de hat diesbezüglich eine interessante Infografik publiziert, in welchem 21 Spielregeln für die Durchführung von Content Marketing vorgestellt werden. Nachfolgend habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten “Regeln” herausgegriffen. Die gesamte Infografik mit den Spielregeln des Content Marketings findet ihr am Ende des Artikels.

  • Schaffe Vertrauen durch Transparenz: Der Wandel von Unternehmen zu Publishern erfordert in der Regel neuen Wissensaufbau im Bereich der Publikationen. Ein Regelwerk (oder Ethik-Kodex bspw.) unterstützt sowohl Mitarbeiter (Redakteure) bei der laufenden Publikation, sowie wird Lesern größtmögliche Transparenz hinsichtlich der Inhalte geboten.
  • Poste nicht nur – Nimm an Diskussionen Teil: Neben der eigenen Content Publikation stellt das “Zuhören & Antworten” im Netz eine wichtige Aufgabe im Rahmen des Content Marketings dar. Durch die Teilnahme an Diskussionen zu relevanten Themenbereichen kann so eine Vordenkerrolle erzielt werden.
  • Qualität ist genauso wichtig wie Quantität: wenn nicht sogar wichtiger. Die Qualität deines Contents wird von Google ebenso honoriert wie von deinen Lesern. Bei der Kreation von neuen Contents sollte somit ein Redaktionsplan ebenso angewandt werden wie eine ausgiebige Recherche.

 

Linkliste:

Infografik Inbound Marketing vs. Outbound Marketing
Buch: Wandel des Outbound zum Inbound Marketings von Daniela Schultz
t3n.de 

Weiterführende Tipps: Masterarbeit Content Marketing

Im Rahmen meines Masterstudiums habe ich das Thema “Erfolgsfaktoren von Content Marketing Projekten in Online-/Werbe-Agenturen” näher behandelt. Um Erfolgsfaktoren von Content Marketing Projekten zu identifizieren, wurden qualitative Experteninterviews mit Geschäftsführern von Online-Werbe-Agenturen durchgeführt.

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2 replies
  1. Kerstin Traxel
    Kerstin Traxel says:

    Dieser Artikel hat mir gut gefallen. Vielen Dank. Mir war die Linie zwischen In- und Outbound nicht so ganz klar. Hat mir aber durch diesen Artikel zu mehr Transparenz verholfen.

    Reply

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